Honorarkürzungen - die Zweite
23.03.26 09:22 eingefügt in: Psychotherapie
Die Maßnahmen gegen die geplante Kürzung der Psychotherapie-Honorare um 4.5% zum 01.4.2026 nehmen Fahrt auf:
In der Zwischenzeit versuchen etwa die Krankenkassen durch irreführende Informationen, die Maßnahme, die in erster Linie der Entlastung der Krankenkassen dienen soll, ein falsches Bild der Realität zu zeichnen. Bitte fallen Sie nicht auf diese Art der Falschinformation herein, die Ihnen etwa versucht weiszumachen, dass die PT-Honorare zuletzt bereits deutlich angehoben worden seien. Wahr ist vielmehr:
Die angedrohte Kürzung der PT-Honorare wird darüber hinaus kurz-, mittel- und längerfristig ernstzunehmende Folgen haben:
Bedenken Sie abschließend auch noch folgende verquere Logik:
Im Jahr 2025 beruhte eine nicht unerhebliche Anzahl von Krankschreibungen auf psychischen Problematiken. Die Regierungsparteien sind sich einig, dass in Deutschland zu wenig gearbeitet wird. Ist es dann logisch, Betroffenen die psychotherapeutischen Möglichkeiten zu restringieren, mittel- bis längerfristig wieder ins Erwerbsleben einzusteigen?
Wir hoffen auch auf Ihre Unterstützung in dieser Sache!
- Die gestartete Online-Petition hat mittlerweile (Stand 23.03.26 - 9.25 Uhr) fast 457.000 Unterschriften sammeln können.
- In den letzten Tagen fanden eine Reihe von Protestveranstaltungen in deutschen Großstädten statt, die auch die Aufmerksamkeit der Medien erreichen haben. So hat z.B. das WDR-Politmagazin Westpol der Thematik einen Beitrag in seiner Ausgabe vom 22.03.26 gewidmet.
- Die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) hat Klage gegen die geplante Honorarkürzung eingereicht.
In der Zwischenzeit versuchen etwa die Krankenkassen durch irreführende Informationen, die Maßnahme, die in erster Linie der Entlastung der Krankenkassen dienen soll, ein falsches Bild der Realität zu zeichnen. Bitte fallen Sie nicht auf diese Art der Falschinformation herein, die Ihnen etwa versucht weiszumachen, dass die PT-Honorare zuletzt bereits deutlich angehoben worden seien. Wahr ist vielmehr:
- Psychotherapeuten/innen sind in Deutschland immer noch die am schlechtesten bezahlte Facharzt-Gruppe.
- Die angesprochene zuletzt stattgehabte Steigerung der PT-Honorare in den letzten Jahren, insbesondere seit 2024, deckt nicht einmal den Betrag der entsprechenden Inflationsrate ab.
- Die geplante Kürzung der PT-Honorare bedeutet de facto eine Rücknahme der Erhöhung der Orientierungswerte von 2024 und 2025 bei überproportional gestiegenen Lebenshaltungs- und Betriebskosten.
Die angedrohte Kürzung der PT-Honorare wird darüber hinaus kurz-, mittel- und längerfristig ernstzunehmende Folgen haben:
- Junge Kollegen/innen, die sich noch im Studium befinden, werden sich fragen, ob angesichts dieser Zustände ein anderer Tätigkeitsbereich mit besserer Entlohnung (z.B. Arbeits-/Betriebs-/Organisationspsychologie) geeigneter für sie ist.
- Ältere niedergelassene Kollegen/innen, die vorhatten ggf. noch über das gesetzliche Renteneintrittsalter hinaus praktizieren zu wollen, werden sich dies angesichts der schlechteren Honorierung ebenfalls überlegen.
- Als Kompromiss können Inhaber/innen von Kassensitzen bevorzugt Privatversicherte oder Selbstzahler behandeln. Das würde auch nicht dazu beitragen, die Grenzen der schon existenten Zwei-Klassen-Medizin abzubauen, sondern die Zustände nur noch weiter verschärfen.
Bedenken Sie abschließend auch noch folgende verquere Logik:
Im Jahr 2025 beruhte eine nicht unerhebliche Anzahl von Krankschreibungen auf psychischen Problematiken. Die Regierungsparteien sind sich einig, dass in Deutschland zu wenig gearbeitet wird. Ist es dann logisch, Betroffenen die psychotherapeutischen Möglichkeiten zu restringieren, mittel- bis längerfristig wieder ins Erwerbsleben einzusteigen?
Wir hoffen auch auf Ihre Unterstützung in dieser Sache!
