June 2026

Gesundheitspolitik, die Nächste ...

Aus dem Newsletter der KBV vom 04.06.2026:

Das Bundesministerium für Gesundheit wird den Beschluss des Erweiterten Bewertungsausschusses zur Absenkung der Honorare für Psychotherapeuten um 4,5 Prozent nicht beanstanden. Der KBV-Vorstandsvorsitzende Dr. Andreas Gassen kritisiert die Entscheidung, aber auch die Art der Kommunikation des Ministeriums:

„Es ist schlechter Stil, dass wir aus Medienberichten zur Kenntnis nehmen mussten, dass das Bundesgesundheitsministerium den Beschluss des Erweiterten Bewertungsausschusses zur Psychotherapie nicht beanstanden wird“, sagte Gassen den PraxisNachrichten. Aus Sicht der KBV hätte das Ministerium den Beschluss des Erweiterten Bewertungsausschusses (EBA) vom März beanstanden müssen. Damals hatte der EBA gegen die Stimmen der Ärzteseite eine Absenkung der Honorare für Psychotherapeuten beschlossen.

Die Haltung des Ministeriums kann der KBV-Chef nicht nachvollziehen: „Dieses Vorgehen ist stillos und zeugt von Gleichgültigkeit gegenüber den Problemen der psychotherapeutisch tätigen Kolleginnen und Kollegen. Wir gehen fest davon aus, dass dieser Beschluss rechtswidrig ist.“

Kommentar:
Liebe Frau Gesundheitsministerin Warken, wir möchten uns an dieser Stelle ausdrücklich für diesen Ausdruck der absoluten Geringschätzung gegenüber unserem Berufsstand bedanken.
Gleichzeitig hoffen wir, dass Sie niemals in die Verlegenheit kommen mögen, selbst psychotherapeutische Hilfe in Anspruch nehmen zu müssen, die sie zuvor kaputt gespart haben.

ZDF-Frontal vom 02.06.26

Die ZDF-Frontal-Sendung von gestern Abend bringt es noch einmal deutlich auf den Punkt:

Die bereits startgehabten Honorarkürzungen sowie die noch geplanten Einschnitte innerhalb der sog. Gesundheitsreform werden neben fraglichen kurzfristigen Entlastungen vor allem dazu führen, dass
  • die Wartezeiten auf einen Psychotherapieplatz für Betroffene noch länger werden,
  • die längerfristigen Folgen vor allem für Kinder und Jugendliche, die akut nicht mehr versorgt werden können, dramatisch ausfallen werden und
  • alle betroffenen Praxisinhaber/innen unter den zu erwartenden finanziellen Einschnitten nicht mehr vernünftig wirtschaftlich arbeiten können. Es wird daher notwendig sein, die zukünftige Strukturierung des Praxisbetriebs jetzt schon zu überdenken.


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